Howdy Reader,
bei unserem SPG-Video sieht es erstmal so aus, als würden wir einfach nur drei Gewürze zusammenschütten. Salz, Pfeffer, Knoblauch, fertig. Aber genau diese Schlichtheit erzählt eigentlich eine viel größere Geschichte: nicht nur über einen Rub, sondern über eine komplette Art zu denken, zu würzen und zu grillen.
Warum SPG so eng mit Texas verbunden ist
SPG wirkt heute wie der Inbegriff von „klassischem BBQ“, vor allem weil diese reduzierte Würzung stark mit Central Texas Barbecue verbunden ist. Dieser Stil wurde im 19. Jahrhundert stark von deutschen und tschechischen Einwanderern geprägt, die Metzgerei- und Räuchertraditionen nach Texas brachten. In den alten Meat Markets wurde Fleisch nicht deshalb geräuchert, weil es romantisch klang, sondern weil es praktisch war: Ohne Kühlung musste man Lebensmittel haltbar machen. Aus dieser pragmatischen Methode wurde nach und nach eine eigene BBQ-Kultur.
Und deshalb finde ich SPG so spannend: Diese Art von Würzung passt perfekt zu einer Küche, in der das Fleisch selbst im Mittelpunkt steht. Nicht die Sauce, nicht ein komplizierter Rub mit zwölf Zutaten, sondern Produkt, Rauch, Zeit und Kruste. SPG ist deshalb nicht einfach „der einfachste Rub der Welt“, sondern eher die Gewürz-Version einer alten Metzgerlogik: unterstützen statt überdecken.
SPG ist auch eine Haltung – und nicht jede BBQ-Kultur tickt so
Gerade deshalb lohnt sich der Blick über Texas hinaus. Denn BBQ ist nicht überall gleich. Während Central Texas oft bewusst reduziert würzt und Sauce eher als Beilage sieht, setzen andere Regionen viel stärker auf ein ganz anderes Geschmacksbild: mehr Süße, mehr Säure, mehr Marinade, mehr Sauce, mehr „Signature Flavor“. East Texas ist zum Beispiel deutlich sauciger unterwegs, mit süßeren, tomato-basierten Profilen, während Central Texas mit seiner Schlichtheit fast schon streng wirkt.
Das macht SPG kulturell so interessant: Es ist nicht bloß ein universeller Rub, sondern ein Ausdruck einer ganz bestimmten BBQ-Frage — Soll Würze führen, oder soll sie begleiten? In Texas lautet die traditionelle Antwort oft: begleiten. Das Fleisch soll noch nach Fleisch schmecken, nicht nach Rub. Genau deshalb funktioniert SPG so gut auf Rind, Geflügel, Fisch oder Gemüse: Es baut kein schweres Eigenaroma auf, sondern lässt dem Produkt Luft.
Gleicher Ansatz
Michi hat unseren Einfach Würzer mit genau diesem Gedanken entwickelt: eine Gewürzmischung, die am Ende nicht den Geschmack des Gerichts leitet, sondern seinen Eigengeschmack unterstützt - mit Salz und Umami. Wir haben gestern damit ein Brisket gemacht und ... WOW! Ein krasses Geschmackserlebnis.
|
|
|
Und dann kommt der Punkt, an dem’s wirklich interessant wird: das Verhältnis
Viele kennen SPG als festes Gesetz: 1:1:1. Ein Teil Salz, ein Teil Pfeffer, ein Teil Knoblauch. Das ist ein super Startpunkt — aber eben nur das: ein Startpunkt.
Denn genauso wie Texas-BBQ oft romantisiert wird, wird auch dieses Mischverhältnis gern behandelt, als gäbe es dafür ein offizielles Regelbuch. In Wahrheit ist genau das eher ein Mythos. Selbst in Texas ist die Idee, dass „echtes“ BBQ immer nur streng mit Salz und Pfeffer gewürzt wird, so pauschal nicht haltbar. Viele Pitmaster arbeiten deutlich freier, als es der Mythos vermuten lässt.
Und das ist eigentlich die beste Nachricht überhaupt: Ein guter SPG Rub lebt nicht davon, dass du ihn sklavisch nachbaust, sondern davon, dass du verstehst, warum du etwas veränderst.
Für ein Brisket darf der Pfeffer oft gröber und markanter sein. Für Gemüse oder Fisch kann eine etwas feinere, ausgewogenere Mischung sinnvoller sein. Für große Rindfleisch-Cuts darf Salz oft kräftiger tragen, während bei kleineren oder empfindlicheren Zutaten ein milderes Verhältnis angenehmer sein kann. Das heißt: Das berühmte 1:1:1 ist keine Ziellinie, sondern deine Basis, von der aus du dir deinen eigenen Haus-SPG baust.
Den SPG Rub haben wir übrigens an eine Wagyu Rinder Zunge gebracht. Klingt eklig? Kann sein - schmeckt aber geil! Augen zu, niemandem was sagen und du und deine Familie und Freunde werden belohnt mit einem unglaublich zarten Stück Fleisch, einem tiefen Rindfleisch-Geschmack und in der Kombi als Tacos de Lengua mit einer Geschmacksexplosion, die seinesgleichen sucht!
Gewürz verstehen ist wichtig beim Grillen und Kochen!
Wenn du SPG nur als „einfachen Anfänger-Rub“ siehst, verpasst du den eigentlichen Reiz. SPG ist eher ein Werkzeug, mit dem du lernst, bewusster zu würzen. Du schmeckst schneller, was Salz wirklich macht. Du merkst, wie stark die Körnung vom Pfeffer Textur und Kruste beeinflusst. Und du verstehst, wann Knoblauch trägt — und wann er im Hintergrund bleiben sollte.
SPG ist simpel, aber nicht banal. Es ist oft der Moment, in dem man anfängt, nicht einfach nur nach Rezept zu würzen, sondern mit Gefühl.
👉 Folge ansehen👉 Rezeptkarte runterladen
Bist du bei deinem SPG eher Team klassisch 1:1:1 — oder hast du dir längst deine eigene Mischung gebaut?
Einfach auf diese Mail antworten. Wir lesen jede Nachricht.
In der Rezeptkarte findest du noch ein paar Hinweise - denn von dem simplen SPG kannst du natürlich abgehen und noch mehr draus machen!
|
|
“
Alles Liebe
— Manu und Michi
|
PS: Vielleicht ist genau das das Spannende an BBQ: Die legendären Grundlagen sind meistens simpel — aber je tiefer man einsteigt, desto klarer wird, dass selbst drei Zutaten schon eine kleine Philosophie sein können.