Oster Bärlauch Porchetta vom Drehspieß: Kruste, die wirklich knackt {Deine Rezeptkarte}


Einfach Grillen

Bärlauch Porchetta

Ciao Reader,

manche Gerichte sind einfach Essen. Und manche Gerichte kommen rein, setzen sich an den Tisch und sagen: „So, Freunde. Heute wird nicht halbherzig gegessen.“ 😄

Porchetta gehört ganz klar zur zweiten Sorte.

Von außen diese irre Kruste, die schon beim Anschneiden so klingt, als hätte jemand die Chips-Tüte aufgemacht. Innen saftiges Schweinefleisch, Fett, das schon beim Anschnitt herausläuft, dazu Kräuter, Knoblauch, Fenchel, Frische.

Und genau deshalb ist Porchetta in Italien auch nicht einfach nur „irgendein Schweinebraten“, sondern richtig Kultur.

Der Name meint traditionell ein ganzes entbeintes Schwein oder Milchferkel, das im Ofen oder am Spieß gegart und mit Salz, Pfeffer, Knoblauch, Kräutern, Rosmarin und Fenchelsamen gewürzt wird. Also schon in der Grundidee kein Ding von „wir kippen da mal fünf Fertigmischungen drauf“, sondern eher: gutes Schwein, gute Würzung, gute Technik. Und das Spannende ist: In Italien sagt man sogar „in porchetta“, wenn andere Sachen ganz ähnlich gewürzt und gegart werden. Das ist also fast schon eine eigene kulinarische Sprache.

Besonders legendär ist Porchetta rund um Ariccia in den Castelli Romani, südlich von Rom.

Da gehört sie einfach zur Esskultur dazu wie bei uns gute Bratwurst auf die Kirmes. Nur mit etwas mehr italienischer Grandezza. In den engen Gassen, bei den Fraschette, also diesen einfachen, rustikalen Lokalen, wird nicht viel Theater gemacht: Porchetta aufschneiden, ins Brötchen packen, Wein dazu, glücklich sein. So muss Essen manchmal sein. Nicht geschniegelt. Nicht verkopft. Einfach direkt ins Herz.

Und ja, um Porchetta ranken sich in Italien natürlich auch diese schönen alten Geschichten. Da ist von antiken Schweineopfern am Tempel des Jupiter auf dem Monte Cavo die Rede, von uralten Traditionen und von Handwerkskunst, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Ob jede dieser Ursprungsgeschichten historisch bis auf den letzten Knochen bewiesen ist, sei mal dahingestellt. Was aber ziemlich klar ist: Ariccia ist heute der berühmteste Name in dieser Welt, und die Porchetta di Ariccia ist seit 2011 sogar als IGP geschützt. Das heißt: Da geht’s nicht nur um Romantik, sondern auch um echtes kulinarisches Erbe mit klaren Regeln.

Und als wäre das nicht italienisch genug, gibt es in Ariccia seit 1950 sogar eine eigene Sagra, also ein Volksfest zu Ehren der Porchetta. Die Sagra wurde 1950 ins Leben gerufen, um die Tradition der porchettari, also der Porchetta-Verkäufer in historischer Kleidung, groß zu feiern. Seitdem verwandelt sich Ariccia jedes Jahr in eine Mischung aus Volksfest, Straßentheater, Musikabend und kollektiver Fresslaune. Einer der Höhepunkte ist der legendäre lancio dei panini: der traditionelle „Panini-Wurf“, bei dem Porchetta-Brötchen in die Menge fliegen und die Leute darunter ungefähr so aussehen, als hätte jemand Gratis-Tickets fürs Glück verteilt. 2024 sprach Visit Lazio sogar vom traditionellen Wurf von 3000 Panini mit Porchetta. Das ist so herrlich italienisch, dass man es sich kaum ausdenken könnte: ein ganzes Fest für Schweinebraten, Brot, Musik, Stolz, Handwerk und dieses wunderschöne Lebensgefühl, dass gutes Essen nie nur Essen ist, sondern immer auch ein Anlass.

Was ich daran so stark finde: Porchetta zeigt, wie viel man aus Schweinefleisch rausholen kann, wenn man das Produkt ernst nimmt. Und das nimmt Michi sehr 😄 Er liebt Schweinefleisch!

Darum lohnt sich hier gutes Schweinefleisch besonders. Du willst einen schönen, gleichmäßigen Schweinebauch mit Schwarte, ordentlich Fett, gute Struktur, kein labbriges Irgendwas, das dir beim Garen nur Wasser verliert. Denn am Ende lebt das Ding genau von diesem Kontrast: außen krachend, innen weich, saftig, würzig und schwer in Worte zu fassen, ohne sofort Hunger zu bekommen.

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Und wenn du beim Würzen generell gern ein bisschen weniger nachdenken und ein bisschen schneller zum guten Ergebnis kommen willst, dann ist unser Einfach Würzer dafür natürlich auch ziemlich dankbar (und wir auch 😄). Gerade bei so einem Stück, wo Schwein, Fett, Kräuter und Röstaromen eh schon die Hauptrolle spielen, brauchst du nichts, was alles erschlägt. Eher etwas, das unterstützt und nicht dazwischenquatscht.
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Was ich an Porchetta übrigens besonders mag: Sie ist gleichzeitig rustikal und festlich. Du kannst sie wie auf einem italienischen Dorffest einfach in dicke Scheiben schneiden und mit Brot essen. Oder du stellst sie an Ostern auf den Tisch, legst ein paar frische Kräuter, etwas Zitrone und vielleicht ein schönes Gemüse daneben – und plötzlich wirkt das Ganze wie ein Essen, für das man sich extra ein Hemd anziehen sollte.

Und wenn sie richtig gelungen ist, dann passiert genau das, was bei wirklich guten Gerichten immer passiert: Für einen kurzen Moment sagt niemand mehr was. Man hört nur Kruste. Und zufriedenes Kauen.

Falls du unser Porchetta-Video noch nicht gesehen hast: Unbedingt anschauen. Da zeigen wir dir nicht nur, wie du das Ding auf dem Drehspieß hinbekommst, sondern auch, worauf es bei Kruste, Saftigkeit und Würzung wirklich ankommt.

video preview

Hier die Rezeptkarte dazu:

Bärlauch Porchetta

Wir lieben Porchetta und könnten noch zig Variationen davon zeigen. Aber eins nach dem anderen 😉 Kennst du eine tolle Variation? Lass es und wissen und antworte gerne einfach auf diese Mail!

Alles Liebe
Manu und Michi

Ludwigstraße 150, Hanau, Hessen 63456
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